TREIBJAGD

Die Treibjagd hat sich in den Gebieten mit Revierjagden leider perfid ausgebreitet.
 

Für Tierschützer eine unerträgliche Situation. Wird doch, angelehnt an die Hubertusjagden, der Respekt vor der Schöpfung mit Füssen getreten, teilweise noch mit Duldung der Kirche, ein Relikt aus feudalen Zeiten, wo die Kirche als Verbündete des Adels und im Hinblick auf dessen Pfründe, diese Praktiken unterstützt haben. Heute distanziert sich die Kirche zum Glück vermehrt von solchen Jagdritualen.
 

Die Rituale sind so heuchlerisch, dass Jäger sogar behaupten, die Tiere suchten den Tod bei Ihnen. Den Spruch „es täte ihnen leid für das Tier“ ist nur mit Schizophrenie zu erklären. Viel perverser für Wild und Hund geht es wohl nicht mehr.Vielmehr ist diese Jagd, durchgeführt mit Spürhunden, Gruppen von Jägern und Treibern, eine tierquälerische Arte, Wildtiere mit Hunden zu Tode zu hetzen. Vielfach reissen die Hunde das Reh, verbeissen sich und reissen ihm ganze Stücke (meistens am After) bei lebendigem Leib heraus. Da die Rehe ein kleines Herz besitzen, sind sie nicht in der Lage weitere Strecken zu fliehen. Sie müssen immer wieder anhalten und so haben die Hunde eine gute Chance zuzubeissen, wenn das Reh nicht schon vorher einen Herzstillstand erleidet.
Diese Art von Jagdpraktiken ist moralisch absolut verwerflich, für die Wildtiere, sowohl auch für die Hunde. Sie sind abgerichtet auf die Wildtiere und sind nach einer Treibjagd erschöpft und überfordert. Den Rest des Jahres müssen sie nämlich im Zwinger oder an der Leine gehalten werden, da der intensiv angezüchtete Jagdtrieb nur während der Jagd erwünscht ist. Also auch kein Hundeleben.

 

Da Schrot verwendet wird, wird nicht nur der Waldboden mit Blei verseucht, sondern auch die verendeten Tiere sind kontaminiert, welche als nicht gefundene Kadaver, Lebensgrundlage für andere Tiere sind und so das Blei in die ganze Nahrungskette übergeht. Jagen mit einer so ambivalenten Gefühlswelt und dieser Hassliebe zu den einheimischen Tieren ist ein destruktiver Hang zum töten; laut Eugen Bleuler ist Ambivalenz das Hauptsymptom der Schizophrenie.

 

Jäger die selber die bestialischsten Jagdformen nebst der Treibjagd praktizieren und gleichzeitig von Achtung gegenüber den Wildtieren sprechen oder einem Dienst an der Natur, wie es einige von ihnen tun, sollten ihren Jagdschein umgehend abgeben. Dies ist nämlich nur albernste Heuchelei. Die Treibjagd hat Eventcharakter, wo auch von nah und fern Tierquäler eingeladen werden und ganze Regionen mit unzähligen unbeteiligten Tierarten in Todesangst und Panik versetzt werden (niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§ 1 TierSchG). Treibjagd ist sehr wohl auch eine Hetzjagd, denn es wird absichtlich und systematisch unnatürlicher Lärm und Unruhe in der Natur produziert. Viele Wildtiere verletzen sich aus panischer Angst auf der Flucht.
 

Wenn Schüsse fallen, Jagdhunde bellen, Blashörner usw. zum Einsatz kommen, ist die ganze Um- und Tierwelt gestresst. Jagd ist immer eine Form von Krieg! Nicht selten reissen die Jagdhunde noch lebenden Wildtieren ganze Fleischstücke aus dem Leib oder angeschossene Wildtiere irren aus Angst vor den Jagdhunden und Jäger in der Gegend herum. Bei Bewegungs- bzw. Treibjagden, wo auf flüchtende Wildtiere geschossen wird, ist eine 100% Trefferquote nur schwer zu erreichen. Gejagte Wildtiere (insbesondere die Rehe sind mit ihrem

kleinen Herzorgan nicht in der Lage lange Distanzen zu fliehen) sondern in Angstsituationen gesundheitsschädigende Angsthormone ab, die sich im Fleisch zusammen nebst anderen hochgradigen Giften, wie Reste der bleihaltigen Munition, manifestieren. Die Todesangst geht also ins Gewebe ein und wird vom Menschen mitgegessen im Wildbret.

 

Die sektenartigen Jagdrituale, Zeremonien, Jägerlatein usw. der Jägerschaft können einen gesunden Menschenverstand nicht über die zugefügten Qualen an den Wildtieren durch das schmutzige Jagdhandwerk hinweg täuschen.

Verein Wildtierschutz Schweiz
Postfach 9
CH-7260 Davos - Schweiz
 

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